THE PAINS OF BEING PURE AT HEART – Dortmund, FZW (07.07.2011)

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The Pains Of Being Pure At Heart klingen, als hĂ€tten sie die Zeiten, denen ihr Sound entlehnt ist, selbst nicht nur miterlebt, sondern auch geprĂ€gt. Abnehmen wĂŒrde man es ihnen sofort, allein ihr Alter schließt es aus. Spontan als Geburtstagsgag zu Keyboarderin Peggy Wangs Party aus der Taufe gehoben, veröffentlichten sie seit 2007 zwei Alben und etliche Singles, die allesamt von der Fachpresse und ebenfalls auf den nachfolgenden Touren von tausenden Fans gefeiert wurden.

Überraschend verlegten sie das eigentlich fĂŒr Hamburg angesetzte Konzert noch kurzfristig ins Dortmunder FZW, sodass wir relativ unerwartet in den Genuss eines – fĂŒr die VerhĂ€ltnisse der Band – sehr persönlichen Clubkonzerts vor maximal 200 Leuten in der kleinen Halle des FZW kamen.

Die Wahl der Vorband fiel auf die Krefelder Combo ‚Oh, Napoleon‘. Mit ihrem ersten Album im GepĂ€ck spielten sie das Publikum eine knappe halbe Stunde mit einem fĂŒr das Durchschnittsalter der Band ungewöhnlich reifen Sound und anspruchsvollen Composings irgendwo zwischen dem dritten (und verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhigen) ‚Die Happy‘-Album, etwas ‚Juli‘ mit einer ordentlichen Prise charmant-intelligentem Eigenbau fĂŒr die nachfolgenden New Yorker warm. Als sie nach dem letzten StĂŒck ‚901‘ die BĂŒhne verließen, war zu spĂŒren, dass das Publikum ‚Oh, Napoleon‘ nicht als x-beliebige Vorband verabschiedete, sondern den Namen ins kleine schwarze Buch oder Smartphone unter "MERKEN" kritzelte.

Setlist:
01. Save Me
02. Chicago
03. I Don’t Mind
04. Falling Away
05. 27
06. To Have / To Lose
07. Good Times
08. 901

Nach einer kurzen Umbaupause betraten The Pains Of Being Pure At Heart die BĂŒhne, vor der sich mittlerweile ca. 200 Leute der Optik nach zum Casting fĂŒr ein ambitioniertes Donnie Darko vs. Big Bang Theory-Filmprojekt eingefunden hatten, zu dem parallel auch ein Moby-Lookalike-Contest zu laufen schien. Das passte hier allerdings wie die Faust aufs Auge, denn die sympathischen New Yorker wĂ€ren im Publikum stehend auch nicht weiter aufgefallen, also taten sie, was sie vom Publikum abhob und spielten ein Set, bei dem man immer wieder jugendlichen Übermut, Sehnsucht, die erste große Liebe respektive ersten großen Herzschmerz und endlose Sommerferienwochen vor dem geistigen Auge vorbeihuschen sieht, als ob man zu seinen LieblingsstĂŒcken aus der Zeit Fotoalben mit Freunden durchblĂ€ttert, um in Erinnerungen zu schwelgen. Immer wieder auf den Bandnamen angesprochen bestĂ€tigen sie dieses GefĂŒhl auch, wenn sie sagen, dass die Kernaussage des von einem Freund der Band bis dato unveröffentlichten Kinderbuchs ziemlich exakt in Richtung Jugend, Freunde, wie wichtig all das ist und was davon bleibt, geht. Es ist ĂŒberflĂŒssig, zu erwĂ€hnen, sei an dieser Stelle trotzdem getan: eine wirkliche BĂŒhnenshow braucht es hier nicht; der Sound – der stark an große Namen und EinflĂŒsse der Band erinnert (u.a. Belle & Sebastian, The Cure, My Bloody Valentine oder The Jesus And Mary Chain) – entfaltet seine Wirkung auch so und lĂ€sst bis zur letzten Sekunde niemanden los.

An so einem Abend sind 12 StĂŒcke einfach verdammt kurz und so wirklich wahrhaben möchte man nicht, dass die Jugend
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 der Abend sich dem Ende entgegen neigt und Kip Berman allein mit Gitarre die BĂŒhne betritt, dem BVB zur Meisterschaft gratuliert und kernentspannt locker aus den Handgelenk mit ‚Contender‘ die erste der drei Zugaben spielt, um sich samt Band nach weiteren zwei Zugaben ĂŒberschwĂ€nglich und mehr als zufrieden beim Publikum fĂŒr den gelungenen Abend zu bedanken. Eine weitere Erinnerung, die The Pains Of Being Pure At Heart und alle Anwesenden breit grinsend auf der Haben-Seite verbuchen können unter "genial, mehr davon und gerne auch ein paar Stunden lĂ€nger".

Setlist:
01. Belong
02. This Love Is Fucking Right!
03. Heart In Your Heartbreak
04. The Body
05. Heaven’s Gonna Happen Now
06. Stay Alive
07. My Terrible Friend
08. Come Saturday
09. Young Adult Friction
10. Too Tough
11. Everything With You
12. The Pains Of Being Pure At Heart
—-
13. Contender
14. Say No To Love
15. Strange

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind dort durch Anklicken der gelben Sprechblase oben rechts möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

The Pains Of Being Pure At Heart:

Oh, Napoleon:

Autor: Istvan Illes
Fotos: Michael Gamon

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