WHITE LIES / CROCODILES / TRANSFER – K├Âln, Live Music Hall (21.03.2011)

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Als 2009 das Erstlingswerk Chartplatzierungen und Lobeshymnen s├Ąmtlicher Magazine einsackte, war bereits abzusehen, dass die White Lies ├╝ber maximales Ausbaupotenzial verf├╝gen und man noch einiges von den Herren f├╝r die Zukunft erwarten darf. Da das Konzert in der Live Music Hall am 1.11.2009 nahezu perfekt (und auch damals schon sehr gut besucht) war, und im Januar 2011 mit dem Album "Ritual" ein absolut w├╝rdiger und gereifter Nachfolger samt Tour folgte, waren die Erwartungen an das Set entsprechend hoch bzw. bei einigen Besuchern im Eingangsbereich der LMH deutlich vernehmbar verhalten. Die 200m lange Warteschlange am Eingang der LMH und ein ausverkauftes Haus allerdings sprachen f├╝r sich; ebenso die Tatsache, dass der WDR sich samt ├ť-Wagen und Rockpalast-Special die Ehre gab und entsprechend Technik auffuhr.

Transfer er├Âffneten den Abend mit f├╝r diese Location ungewohnt klarem Klang und einer Aura des Selbstbewusstseins, als w├Ąren sie selbst der Haupt-Act. Frei nach dem Motto "wenn Gig, dann richtig". Technisch perfekt setzten sie ihr musikalisches Set-Sixpack mit psychedelischen Einfl├╝ssen, sonor-rauchiger Stimme und markigem Roadmoviesound um und hinterlie├čen ein gut gelauntes Publikum mit Appetit auf mehr.

Setlist:
01. Losing Composure
02. Like It Used To Be
03. Take Your Medicine
04. My Suspicions
05. Wake To Sleep
06. White Horse

Crocodiles servierten nach kurzer Umbaupause auch direkt den zweiten Gang und lie├čen keinen Zweifel daran, dass dort ein paar handverlesene Musiker als Vorband unterwegs sind und nicht etwa eine austauschbare gealterte Schulcombo. Stilistisch ein gelungener Mix irgendwo zwischen The Cramps und The Ramones h├Ątten die Herrschaften auch locker Fear and Loathing in Las Vegas musikalisch neu ausstatten k├Ânnen. Dass die Anlage einige Male w├Ąhrend des Auftritts partiell ausfiel, lie├č die Crocodiles unbeeindruckt; man zog das Set l├Ąssig durch und wurde vom Publikum entsprechend gefeiert und erntete anerkennende Blicke.

Setlist:
01. Sleep Forever
02. Neon Jesus
03. Hearts Of Love
04. Summer Of Hate
05. Mirrors
06. Stoned To Death
07. I Wanna Kill

Mittlerweile hatte die Live Music Hall Betriebstemperatur erreicht und auch die Luftfeuchtigkeit bewegte sich im tropischen Bereich. Um 21.40 Uhr betraten White Lies ob des ohrenbet├Ąubenden Empfangs sichtlich ger├╝hrt die B├╝hne und tischten ein Set auf, dass kaum W├╝nsche offen lie├č. Mit "A Place To Hide", "Holy Ghost" und "To Lose My Life" hatte man mal eben kurz und knapp klargemacht, warum man heute ist, wer man ist und dass man trotzdem perfekte Bodenhaftung bewahrt hat. Dass Harry McVeigh w├Ąhrend der ersten St├╝cke nach f├╝nf Wochen Tour einige kurz aufflackernde Stimmprobleme hatte, ├╝berh├Ârte man einfach; zu genial war das Gesamtpaket geschn├╝rt worden. Zwischendurch lie├č es sich der Frontmann nicht nehmen, dem Publikum immer wieder mitzuteilen, wie wohl sich die Band in K├Âln f├╝hlt und wie viel das Publikum der Band zur├╝ck gibt. Jemandem, der solche Lyrics verfasst, nimmt man sowas vorbehaltlos ab und feiert weiter, wo bei anderen Kapellen eine peinliche "Junge, das nimmt dir keiner ab; die Phrase h├Ąttest Du Dir klemmen k├Ânnen"-Pause entsteht und das Publikum denjenigen auflaufen l├Ąsst. Nicht hier. Und so spielten die Herren technisch perfekt ein Set, das auch den letzten Kritiker des aktuellen Albums ├╝berzeugte. Die neuen Tracks passten nahtlos zu den St├╝cken des Debutalbums und wirkten durch die Livemischung deutlich druckvoller und straighter, als auf dem Album. Ein Eindruck, der vermutlich durch die Atmosph├Ąre nochmals zus├Ątzlich verst├Ąrkt wurde. G├Ąnsehautb├Ąsse, die ganze Flotten h├Ątten versenken k├Ânnen, intensives Feedback vom Publikum, kristallklarer Sound und eine Best-Of-Setlist mit Hymnen und einer ordentlichen Partypackung. Als auf "Bad Love" "Death" folgte, war leider klar, dass ein phantastischer Abend zu Ende ging. F├╝r die Zugabe hatte man passenderweise "Unfinished Business" ausgepackt und mit "The Power & The Glory" und "Bigger Than Us" dem Abend die langerwartete Krone aufgesetzt. Dass "Taxidermy" nicht gespielt und der Auftritt mit 75 Minuten als kurz empfunden wurde, lie├č sich trotzdem irgendwie verschmerzen und der Track w├Ąre allenfalls noch unter nachtr├Ąglich einmontierte Special Effects als Sternenstaub und Gefunkel am Bildrand in der Live Music Hall wahrgenommen worden. Dazu noch die beiden mehr als nur erw├Ąhnenswerten Vorbands: So beschenkt man Fans, great Job!

Setlist:
01. A Place To Hide
02. Holy Ghost
03. To Lose My Life
04. Strangers
05. E.S.T.
06. Is Love
07. Streetlights
08. Farewell To The Fairground
09. Peace & Quiet
10. The Price Of Love
11. Bad Love
12. Death
13. Unfinished Business (Z)
14. The Power & The Glory (Z)
15. Bigger Than Us (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase m├Âglich) oder direkt durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos.

White Lies:

Crocodiles:

Transfer:

Autor: Istvan Illes
Fotos: Michael Gamon

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