Henke – Vom A Zum F (Single/Maxi)

GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Henke – Vom A zum F



HENKE – schlicht und einfach.

Dass Goethes Erben Genius Oswald Henke sein neuestes Projekt so schnörkellos benennt, lĂ€sst vielleicht bereits erahnen, dass musikalisch die Töne nun etwas klarer und deutlicher angeschlagen werden. Seit 2009 prĂ€sentieren HENKE auf ausgewĂ€hlten Einzelauftritten und Festivals Songs aus allen Schaffensjahren der verschiedenen vergangenen Projekte Oswald Henkes (Goethes Erben, Artwork, Erblast). Mit der EP „Vom A zum F“ wird nun ein erster Vorgeschmack auf das im April diesen Jahres erscheinende Album „SeelenfĂŒtterung“ mit eigens fĂŒr HENKE komponierten Liedern dargeboten.
Die EP liefert dem Hörer 5 Songs: 3 neue StĂŒcke, einen Remix sowie eine Neuinterpretation des Erben- Klassikers „Spuren im Schnee“. Mit dem gleichnamigen ersten Song „Vom A zum F“ wird dann direkt rockig losgelegt, was mich erst einmal etwas verwirrt. Henkes Art des „Gesangs“ klingt zwar noch leicht wie zu Zeiten von Goethes Erben, jedoch wirkt das Ganze trotz leichter Stimmverzerrung total klar und weniger beĂ€ngstigend und sperrig. Die krachende Melodie bleibt im Kopf und stellt sich als richtiger Ohrwurm heraus, wird mir persönlich auf Dauer jedoch zu anstrengend.

Bei „Das“, dem zweiten Song der EP, geht es zunĂ€chst treibend weiter und wird in den stark gesprochenen Strophen dann ziemlich minimalistisch. Der Chorus hingegen besticht durch seinen Wohlklang und das untermalende Keyboard schafft eine positive AtmosphĂ€re. Ein sehr kontrastreicher Song, der sicher viele Fans finden wird.

„Blind“ erinnert dann zunĂ€chst sehr an Goethes Erben Zeiten: ein Indiz dafĂŒr, dass Oswald Henke seinen Wurzeln trotz Neuorientierung treu bleibt. Der Song besteht hauptsĂ€chlich aus Sound- Effekten, mit denen herumexperimentiert wird ohne störend zu wirken, sowie einer hintergrĂŒndigen leisen Gitarre, jedoch alles von der starken Stimme Henkes ĂŒberlagert. Der Schwerpunkt auf das Wort in „Blind“ gefĂ€llt mir dann doch besser als die fröhlicheren Ausschweifungen. Ein toller Song, der fĂŒr sich Bestand hat, ohne 1:1 wie Goethes Erben zu klingen.

Nachgelegt wird mit dem Erben- Klassiker „Spuren im Schnee“ (1994), das etwas umgestaltet wurde. Das bekannte „Gedudel“ wurde sound- und lautstĂ€rketechnisch hinten angestellt und Henkes Stimme klingt klar und deutlich. Zu Zeiten von Goethes Erben war seine Stimme bei dem Song im Gegensatz zur Neuinterpretation sehr stark von vielen verwĂŒsteten und verwĂŒstenden Emotionen getrieben. Dieser verstörende Effekt wurde nun durch die Klarheit der Stimme deutlich minimiert und es klingt alles nicht mehr so einnehmend. Das Abwenden von der Sperrigkeit fĂŒhrt jedoch hierbei auch dazu, dass der Song zwar berĂŒhrt, aber nicht mehr ganz so ergreifend daher kommt. Mir persönlich gefĂ€llt das Original von „Spuren und Schnee“ besser, jedoch bin ich positiv ĂŒberrascht, wie durch wenig grundsĂ€tzliche VerĂ€nderungen und durch reine Variation von LautstĂ€rke, Stimm- und Soundeffekten ein Song komplett anders und trotzdem gut klingen kann.

Abschließend wird dem Hörer noch ein Remix zum ersten Song „Vom A zum F“ geliefert. Fil Groth (Qntal) hat dem Song eine industriallastige Grundlage verliehen, was mir recht gut gefĂ€llt. Der Grundton hat sich komplett geĂ€ndert und „Vom A zum F“ gefĂ€llt mir plötzlich richtig gut. Eine tolle Arbeit!

Alles in Allem ist die HENKE EP „Vom A zum F“ ein vielschichtiger, abwechslungsreicher Ausblick auf das angekĂŒndigte Album. Ob ich persönlich mit diesem Projekt Oswald Henkes so warm werde wie mit Goethes Erben, weiß ich allerdings noch nicht.

Tracklist:
01. Vom A zum F – 3:48
02. Das – 3:47
03. Blind – 6:07
04. Spuren im Schnee – 7:11
05. Vom A zum F (FIL Mix) – 4:22

Autorin: Tanja Pannwitz


Diese CD bei Amazon bestellen: Henke – Vom A zum F

Kommentar verfassen