And One – Zerstörer (EP)

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And One – Zerstörer (EP)


And One sind mittlerweile ganz oben auf den Bergen der deutschen Synthielandschaft angekommen. Kaum eine andere Band schafft es so spielend leicht grĂ¶ĂŸere Hallen zu fĂŒllen. Und genau diese spielende Leichtigkeit, mit der sie auch live ans Werk gehen und der sichtliche Spaß an der eigenen Musik sind der SchlĂŒssel zum Erfolg von Frontmann Steve Naghavi und seinen beiden Keyboardern Chris Ruiz und Gio van Oli. Nach der ĂŒberaus erfolgreichen Tanzomat-Fulltimeshow-Tour im Herbst schicken sich die drei nun an, mit dem kommenden Album „Tanzomat“ endgĂŒltig die synthetische Weltherrschaft an sich zu reißen. Um dieses Ziel zu erreichen, schicken sie vorab einen „Zerstörer“ als EP in den Kampf. So martialisch wie es sich anhört ist der Titeltrack aber ganz und gar nicht, sondern eher eine Midtempo-Nummer, die mich allerdings nicht so recht zu ĂŒberzeugen weiß. Klar klingt das Ganze nicht schlecht und man hört eigentlich auch all jene Songzutaten heraus, die einen erfolgreichen And One Song an sich ausmachen, aber irgendwie schreckt mich der, wie bei And One oft anzutreffende ironische Text dieses Mal etwas ab und rĂŒckt den Song in eine etwas arg profane Ecke. Vielleicht hilft uns ja „Sex Drive“ etwas aus dem Tief heraus. Der Song ist etwas dĂŒsterer angelegt und klingt schon mal interessanter als der Starttrack, allerdings hĂ€tte ich mir hier vielleicht etwas mehr Mut zum Risko gewĂŒnscht. Der Song hat viel Potential, könnte aber noch etwas mehr Abwechslung vertragen. Aber gut, wir sind ja hier bei And One und damit eher bei den lustigen GeschichtenerzĂ€hlern, als bei deren vertrackten Soundmalern. Überrascht werden wir dagegen bei „No Song For You“, einer Ballade die dunkel-schwĂŒlstiger kaum hĂ€tte ausfallen könnte und die mit diversen Soundelementen ihrer eigenen Heroen Depeche Mode verziert wurde. Schon beeindruckend wie sehr sich ein Steve Naghavi gesanglich verstellen kann, hat er doch sonst stets eher den Schalk in Nacken und Stimme. Ob dies hier unterschwellig wieder der Fall ist, ist wie so oft Interpretationssache, ganz ernst nehmen mag man ihn insgeheim sicher nicht.

Nach diesen drei neuen StĂŒcken der Marke And One 2011 geht es etwas back in time mit den drei auf der Herbsttour in Leipzig aufgenommenen Tracks „Mirror In Your Heart“, „The Secret“ und „Military Fashion Show“, mit denen man quasi einen Streifzug durch die zwanzigjĂ€hrige Bandgeschichte antritt. Hier zeigt sich dann auch vortrefflich, dass Steve vielleicht nicht der grĂ¶ĂŸte SĂ€nger, aber womöglich der grĂ¶ĂŸte Entertainer der Szene ist. Als besonderes Bonbon gibt es im Anschluss den letztgenannten Track noch als sogenannte Original Version, in der sich And One, verstĂ€rkt durch Olaf WollschlĂ€ger am Piano und Lars Baumgardt an der Gitarre als Rockabillys versuchen und diese Aufgabe mit Bravur erledigen. Vielleicht wurde da der Grundstein fĂŒr ein neues Karrierestandbein gelegt? Mir jedenfalls gefĂ€llt es und das auch mehr als der von Steve Naghavi persönlich gefertigte und die EP abschließende Peine I.S.T. die Ansage 2011 Mix von „Zerstörer“, der zwar angenehm minimalistisch daherkommt, aber an den gleichen Symptomen wie die Ursprungsversion krĂ€nkelt.

Abschließend kann man sagen, dass Zerstörer“ ein erster Appetithappen fĂŒr das am 04.03.2011 erscheinende neue Album „Tanzomat“ ist, fĂŒr das sich die Band aber ganz sicher noch einiges an Luft nach oben gelassen hat. FĂŒr Konzertfans wird es ĂŒbrigensin diesem Jahr auch noch ganz besonders spannend, wenn die drei Mitglieder der Spaßfraktion gemeinsam mit Camouflage, De/Vision und Minerve auf eine Tour der Synthiegiganten gehen. Die entsprechenden Daten findet ihr bei uns unter „Tourdates“.

Tracklist:
01. Zerstörer
02. Sex Drive
03. No Song For You
04. Mirror In Your Heart (Live 2010)
05. The Secret (Live 2010)
06. Military Fashion Show (Live 2010)
07. Military Fashion Show (Original Version)
08. Zerstörer (Peine I.S.T. die Ansage 2011 Mix)

Autor: Michael Gamon

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