COMBICHRIST / MORTIIS / CENTHRON – NL-Utrecht, Tivoli (04.02.2011)

2011-02-04_Centhron_-_Bild_011.JPG
GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Schon recht frĂŒh fuhren wir nach Utrecht und tranken unterwegs noch schnell eine Tasse Kaffee, denn es war ein weiter Weg. Dann kamen wir endlich in Utrecht an. Über schmale Einbahnstraßen und schmale BrĂŒcken erreichten wir die Halle: Tivoli. Sie war dank der großen Schlange Menschen leicht zu finden, die sich deutlich von den anderen Leuten auf der Straße unterschieden. Jetzt noch einen Parkplatz suchen und dann, FußgĂ€ngern, Fahrradfahrern und frechen Pizzakurieren ausweichend, fanden wir einen Platz in der NĂ€he. Es warten vor der Halle sehr viele Leute, wie erwartet ist das Interesse sehr groß. Einige enttĂ€uschte Fans kommen wieder zurĂŒck: Das Konzert ist ausverkauft. Es passen 1000 Leute in den Saal, aber es ist nicht ĂŒbervoll, es gibt genug Bewegungsfreiheit. Über eine schmale Treppe geht es nach oben in die „Lounge“. Der Saal ist sehr breit und besitzt einen großen Balkon. Die „Art-Nouveau“ Lampen an der Decke stehen in schrillem Kontrast zu allem „hi-tech“ auf der BĂŒhne.

Bis zum Beginn halten die DJs von Kink FM uns wach. Dann der erste Auftritt, das deutsche Trio Centhron legt vor mit Keyboard, Bass und Gesang. Diese Kombination aus Elektro/Hardcore/Industrial lĂ€sst sich gut an. Sicher, der Akt des SĂ€nger mit einer Gasmaske zu singen, ergibt einen speziellen Sound. Ihre schwarze Fahne mit roten Sternen hĂ€ngt bedrohlich auf der BĂŒhne. Es entsteht ein kleiner „mosh-pit“ und somit war es wohl eine gute Leistung vom Eröffnungsakt. Drum Computer und harter Bass, unterstĂŒtzt von einfachem Synthspiel heizten das Publikum schon mal auf.

Nach eine kurze Pause: Mortiis. Ein fester Gast auf der Europatour von Combichrist. Der Norwegische Frontmann HĂ„vard Ellefsen (Mortiis) tritt leider ohne seine so typischen Elfenohren auf. Der Beginn war nicht so stark, was spĂ€ter auch ĂŒber Twitter durch Mortiis selbst bestĂ€tigt wurde: „Hm, not my best performance tonight to put it mildly. For some reason I wasnÂŽt able to hit the notes until the 7th song or something…”. Jedoch steigt die vierköpfige Formation (Drum, 2 Gitarren und Mortiis selbst) aus dem Tal noch empor um ihren Industrial-Rock in den Saal zu werfen. Der Drummer holt sehr viel Energie aus seinem kleinen Setting (Base, Floor, snare, 1 tom, hihead und 2 Deckels) heraus und ĂŒbertrĂ€gt dies auch aufs Publikum. Er quĂ€lt seine snare-drum bis ein fantastischer Sound herauskommt. Ein großer Teil der gespielten Tracks befindet sich ĂŒbrigens auf dem letzten Internet-Album „Perfectly defect“, der Download ist gratis!

Und dann: Combichrist! Gleich am Anfang strahlt die Energie ins Publikum. Die „robotic“ Bewegungen von Andy LaPlegua passen perfekt zur Musik. Die Band ist durch ihre Auftritte im Vorprogramm von Rammstein sichtlich gewachsen. Die Show ist viel roher, direkter und agiler als auf CD. Beim Song „Electrohead“ geht das Publikum so richtig ab. Alle lassen wissen, dass sie den Text kennen, jeder singt/schreit/brĂŒllt aus voller Brust mit. Und auch die beiden Drummer zeigen deutlich, dass sie ihre Instrumente vollkommen beherrschen. In sprichwörtlich jeder Position werden die Drums bespielt, ein tolle Show. Als „Get Your Body Beat“ anfĂ€ngt, muss die Erdbeben Station in der NĂ€he etwas Ungewöhnliches aufgenommen haben: 1000 Leute springen im perfekten Rhythmus. Wie ein General, der eine geölte Maschine leitet, fĂŒhrt Andy seine Band durch das Konzert. Das Publikum verkommt zu Sklaven, die gehorsam dem zwingenden Beat lauschen und folgen. Nach einem perfekten Konzert folgt noch die Zugabe: „What the fuck is wrong with you“ und es bleibt auf der BĂŒhne nichts mehr ĂŒbrig. Combichrist hinterlassen die BĂŒhne und das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Schlachtfeld.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind möglich) oder direkt durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos.

Combichrist:

Mortiis:

Centhron:

Autor: Stefan Bertram
Fotos: Roger op den Camp

Kommentar verfassen