CHAMELEONS VOX / LUXURY STRANGER – Hagen, Werkhof (27.01.2011)

2011-01-27_Luxury_Stranger_-_Bild_007x.jpg
GeschÀtzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Mit etwas gemischten GefĂŒhlen machten wir uns an diesem Donnerstagabend auf den Weg nach Hagen, wo wir von einigen vereinzelten Schneeflocken und einer ordentlichen Anzahl Besuchern willkommen geheißen wurden. Einerseits waren die Chameleons eine absolute Kultband mit einer Reihe von uns auch gesehener Glanzshows, auf der anderen Seite war da der recht rockige und damit etwas zu wenig wavige Auftritt beim WGT und die Querelen um die abgesagte Tour im letzten Juni. Zu letzterem ist damals bereits genug gesagt und spekuliert worden, es blieb aber die Frage, wie man sich auf der Tour in diesem Jahr und speziell im Hagener Werkhof prĂ€sentieren wĂŒrde. Der Werkhof selbst ist eine sehr angenehme Location mit diversen „GewölberĂ€umen“ und einem Veranstaltungsraum, der mich etwas an das GebĂ€ude 9 in Köln erinnerte. Vermutlich fanden hier auch annĂ€hernd so viele Leute wie in der Domstadt Platz und man konnte ausverkauftes Haus vermelden. Mit letzterem hatten scheinbar einige Zuschauer nicht gerechnet und mussten leider kurz nach der offiziellen Eintrittszeit unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten. Etwas schade fĂŒr die, die es ins Innere des Werkhofs geschafft hatten war die VerspĂ€tung im zeitlichen Ablauf und so probten Chameleons Vox hörbar noch bis fast 21 Uhr –und damit bis 30 Minuten nach der angekĂŒndigten Beginnzeit- im Veranstaltungsraum, vor dem sich mittlerweile die Besucher dicht drĂ€ngten, aber noch nicht hereingelassen werden konnten.

Kurz nach 21 Uhr war es dann aber soweit. Die Zuschauer hatten mittlerweile Einlass gefunden und Luxury Stranger aus dem englischen Nottingham betraten die BĂŒhne. Nach einigen letzten Soundeinstellungen begannen die drei Jungs ihr Set und unterhielten die Anwesenden nicht nur klanglich mit einer Hommage an The Cure und andere Vorreiter der Wave- und Postpunk-Szene. SĂ€nger Simon York hatte seine Haare in bester Robert Smith Manier hoch toupiert, sein Gesicht bemalt und klang auch stimmlich sehr nahe am Original. Dazu produzierten seine beiden Mitstreiter dĂŒstere RockklĂ€nge und das Publikum war durchaus angetan vom Sound der Briten. Nicht neu, aber doch unterhaltsam war sie, die Show der drei und damit ein guter Startschuss in den Abend.

Setlist Luxury Stranger:
01. Empty Men
02. Frozen
03. Dreaming Our Lives Away
04. Dirt
05. Paradise Untouched
06. Precious For Evermore
07. Where You’ve Gone
08. Korruption
09. Elements

Das Hauptaugenmerk des heutigen Abends lag aber natĂŒrlich auf dem nun folgenden Mainact Chameleons Vox. Die Band setzt sich aus The Chameleons Frontmann Mark Burgess, seinem einstigen Mitstreiter John Lever an den Drums und vier weiteren Musikern zusammen und performt live all jene alten Klassiker, die man von The Chameleons in den letzten dreißig Jahren kennen und lieben gelernt hat. Und ihr Publikum hatten die sechs von Beginn an fest im Griff. Im Werkhof war es voll, laut und wirklich sehr gut! Die Stimmung war ab dem Eröffnungssong „A Person Isn’t Safe Anywhere These Days“ großartig und insbesondere Mark Burgess schien sichtlich erfreut, dass ihnen viel positive Resonanz entgegen gebracht wurde. Das zahlten sie dem Publikum dann auch in barer MĂŒnze oder besser mit Klassikern am Fließband zurĂŒck. Es ist immer wieder eine Freude Songs wie „Monkeyland“ oder „Soul In Isolation“ live zu hören und kaum ein anderer Song kann einen mehr bewegen wie ein „Less Than Human“; da ist GĂ€nsehaut garantiert. Chameleons Vox rockten die BĂŒhne, vernachlĂ€ssigten dieses Mal aber auch nicht die wavigen KlĂ€nge der Achtziger Jahre und allen voran Mark Burgess sprĂŒhte nur so vor Spielfreude. Und so ließ er sich bei „Rule Britannia“ sogar zu einem Tribut an die Götter „Joy Division“ hinreißen und schrie laut „Dance, Dance, Dance to the radio“ ins Mikrofon. Danach folgte zunĂ€chst „nur noch“ der Klassiker schlechthin, „Second Skin“, bei dem wirklich jeder im Publikum inbrĂŒnstig mitsang, entweder laut und fĂŒr alle vernehmbar, oder still und trotzdem mit ausdrucksstarker Mimik in sich hinein. Ein toller Abschluss des Mainsets, nach dem die ĂŒber 300 Zuschauer aber natĂŒrlich noch mehr wollten. Und das sollten sie bekommen, denn Chameleons Vox kamen nach einigen Minuten Verschnaufpause wieder zurĂŒck auf die BĂŒhne und das fĂŒr zwei weitere Zugabenblöcke, in denen sie u.a. mit „Don’t Fall“ einen meiner Alltime-Favorites prĂ€sentierten und bei „In Shreds“ die BĂŒhne endgĂŒltig zum beben brachten.

Die Fahrt nach Hagen hat sich mehr als gelohnt, es war ein großartiges Konzert und man darf gespannt sein, ob sich Chameleons Vox auch weiterhin nur auf das „Nachspielen“ alter Hits beschrĂ€nken werden, oder man auch irgendwann einmal neues Material zu hören bekommen wird. Bis dahin bleiben uns all die Klassiker, die uns die Chameleons in ihrer Karriere beschert haben und die Erinnerung an einen tollen Abend in Hagen.

Setlist Chameleons Vox:
01. A Person Isn’t Safe Anywhere These Days
02. Paper Tigers
03. Monkeyland
04. Pleasure & Pain
05. Less Than Human
06. Soul In Isolation
07. Nostalgia
08. Tears
09. Seriocity
10. In Answer
11. Perfume Garden
12. Singing Rule Britannia
13. Second Skin
14. Swamp Thing (Z)
15. Up The Down Escalator (Z)
16. Don’t Fall (Z)
17. In Shreds (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind möglich) oder direkt durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos.

Chameleons Vox:

Luxury Stranger:

Kommentar verfassen