EMILIE AUTUMN – Frankfurt, Batschkapp (22.02.2010)

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Knapp 1 Jahr nach ihrer letzten Europa-Tour war es für Emilie Autumn wieder Zeit, ihre Plague Rats zu besuchen. Emilie Autumn gehört wohl zu den schrillsten Künstlerinnen der Dark Wave / Gothic Szene. Seit einigen Jahren begeistert sie immer mehr Fans mit ihrem "Victoriandustrial". Neuerscheinungen gab es zwar in letzter Zeit keine, aber eine so außergewöhnliche Show sollte man sich nicht entgehen lassen. Bedingt durch Probleme mit ihrer Stimme sind einige Konzerte ausgefallen. In Frankfurt war Emilie aber wieder fit.

Schon eine halbe Stunde vor Einlass standen bereits sehr viele Besucher vor dem Frankfurter Club Batschkapp. Trotz niedriger Temperaturen waren viele Fans bemüht, ein ausgefallenes Outfit zu tragen. Schwarz, weiß und rot dominierten hier. Der Einlass begann relativ pünktlich. Viele Fans stürmten sofort zu Bühne, um Emilie möglichst hautnah zu erleben. Der liebevoll dekorierte Bühnenaufbau war ähnlich denen der letzten Touren. Neu und auffällig war das große runde Teil in der Mitte, was zum einen die Schattenwand ersetzte, zum anderen auch als Klettergerüst dienen sollte.

Nach einigen Songs vom Band ging es dann kurz nach 21:00 Uhr los. Das Intro "Safety Lies In Fear" begann, und bei düsterem Licht trat zunächst Pirate Captain Maggot hinter die Schattenwand hervor, bewaffnet mit einem Säbel. Danach erschienen auch die anderen Bloody Crumpets: Aprella, Veronica und Contessa. Nachdem sie eine Weile getanzt hatten, blieben sie am Boden liegen. Endlich war es soweit. Emilie betrat die Bühne. Wie schon seit einiger Zeit gab es wieder "4 O’Clock" als Opener, genau richtig zur Einstimmung auf den Abend. Bekleidet war sie wieder mit einer wunderschönen Maske. Das Kostüm sollte insgesamt eine Ratte darstellen.

Die Setlist bot wieder jede Menge Songs zum Mitsingen. "Opheliac", "The Art of Suicide" und "Dead Is the New Alive" durften nicht im Programm fehlen. Wichtig bei den Konzerten von Emilie Autumn ist auch der Kontakt zum Publikum. So durfte auch diesmal wieder ein weiblicher Fan auf die Bühne und sich einen Kuss von Veronica abholen. Für sie mit Sicherheit ein Erlebnis. Und auch das Publikum konnte schmunzeln. Scherzhafte Einlagen mit manchmal etwas derben Humor und Sketche sind bei dieser Show mehr als nur Überleitungen zwischen den Songs. Mittlerweile sind sie nicht mehr wegzudenken. Sie stellen einen nicht unerheblichen Teil der Show dar und sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung. Ebenfalls seit einem Jahr dabei die artistischen Einlagen von Contessa und Maggot. Mit einem Bettlaken schwebte Contessa über dem Publikum, während Emilie auf sich auf dem Klettergerüst austobte.

Gegen Ende der Show gab Emilie auch wieder ein Violinen-Solo, ihre Spezialität. Wirklich eine meisterhafte Darbietung und mit Sicherheit eines der Höhepunkte der Show. Mit "Thank God I’m Pretty" verabschiedete sich Emilie Autumn und ihre Bloody Crumpets vom äußerst zufriedenen Publikum. Obwohl es eigentlich keine neuen Songs gab, und die Setlist auch um ein paar Songs geschrumpft ist, war das Konzert wieder mal ein audiovisuelles Meisterwerk voller Charme und Erotik. Die Bühnendekoration und die tollen Kostüme mit vielen neuen Accessoires beeindrucken ebenfalls immer wieder. Die Show ist und bleibt sehenswert, von der ersten bis zur letzten Minute.

Setlist:
01. Intro / 4 O’Clock
02. Opheliac
03. The Art of Suicide
04. Shalott
05. Dominant
06. God Help Me

07. Unlaced
08. 306
09. Dead Is The New Alive
10. Misery Loves Company
11. Violin Solo
12. Thank God I’m Pretty

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des Bandfotos:

Autor und Fotos: Thomas Bunge

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