Dark Storm Festival 2009 ? Chemnitz, Stadthalle (25.12.2009)

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Das Dark Storm Festival hat sich in den letzten Jahren für viele Anhänger der schwarzen Szene zu einem festen Bestandteil im Terminkalender entwickelt. Bereits zum 13. Mal werden hier regelmäßig am 1. Weihnachtsfeiertag Bands aus den Bereichen Dark Wave, Gothic, Elektro, Industrial und Metal präsentiert. Auch für dieses Festival konnte wieder mit einem bemerkenswerten Line-up aufgewartet werden, das Spektrum war weitreichend. Sowohl Newcomerbands als auch namhafte Bands, die bereits mehr als 20 Jahre bestehen, waren vertreten.

Es war zwar kalt, zum Glück lag aber kein Schnee. Zur Einlasszeit stand bereits eine ungeduldige Menge vor dem Eingang der Stadthalle. Hier ging es relativ zügig voran, so dass keine großen Wartezeiten entstanden sind. In den Vorräumen gab es wieder jede Menge Merchandising-Stände, an denen man T-Shirts, CDs, Poster usw. der Bands kaufen konnte. Auch für das leibliche Wohl und für Getränke war gesorgt. So konnte der noch frühe Abend gut starten.

Pünktlich um 17:15 startete das Festival im großen Saal mit der aus Chemnitz stammenden Gothic-Rock-Band Felsenreich [GALLERY], die erst kurz zuvor für das Line-up bestätigt wurden. Die Band existiert bereits seit 1999 und hat zuletzt 2008 das Album "Unschuld" veröffentlicht. Erst zögerlich drängten sich die ersten Besucher vor die Bühne. Die Songs von Felsenreich waren durch den abwechselnden Gesang und den Einsatz von Trompeten sehr facettenreich.

Weiter ging es ? ebenfalls auf der großen Bühne – mit der Gothic-Metal-Band Eisheilig [GALLERY]. Im Jahre 1998 wurde die Band von Dennis Mikus (Gesang), Till Maiwald (Gitarre) und anderen gegründet. Mittlerweile haben sie 4 Alben veröffentlicht, u.a. Imperium (2009). Viele Fans drängten sich nun immer mehr nach vorne und rockte zu den Klängen von Eisheilig. Alle Anhänger des düsteren Metals sollten jetzt ordentlich ins Schwitzen kommen.

Nun war es Zeit für die erste Band im kleinen Saal: Deviant UK [GALLERY]. Das Electro-Industrial-Projekt um Jay Smith existiert seit 2005. Live-Unterstützung gibt es durch Simon Clewlow, Nick Struggles und Mark B. Eine kleine Gruppe enthusiastischer Fans hatte sich bereits im kleinen Saal eingefunden. Deviant UK ließ dem Publikum jedoch keine Zeit zum Aufwärmen, sondern legte sofort mit tanzbaren Stücken los. Jay Smith wirbelte auf der Bühne herum und feuerte die Zuschauer an, einfach mitzutanzen.

Um 19:00 Uhr ging es im großen Saal weiter mit der Folk-Rock-Band Letzte Instanz [GALLERY]. Die Band wurde 1996 in Dresden gegründet und kann mittlerweile auf zahlreiche Veröffentlichungen zurückblicken. Auch gab es bei der Bandbesetzung zahlreiche Änderungen. Letzte Instanz haben den großen Saal nun endgültig gefüllt. Die Show zeichnete sich durch vielfältige Songs aus. Dies war vor allem durch wechselndem Gesang und Einsatz von klassischen Instrumenten wie Violine und Cello möglich.

Auch die zweite Band auf der kleinen Bühne war wieder dem Elektro-Sektor vorbehalten. Die norddeutsche Elektro-Formation Tyske Ludder [GALLERY] startete um 19:40 Uhr. Unlängst erschien ihr Album "Anonymus". Die Show startete düster mit einem Intro zum Thema Terrorismus / Überwachungsstaat. Perfekt inszeniert nach Art von Tyske Ludder. Der kleine Saal war jetzt sehr gut gefüllt. Viele Fans wollten die Show auf keinen Fall verpassen. Auch bei Tyske Ludder sollte sich das Publikum nicht ausruhen. Provokative und einprägsame Texte regten zum Mitsingen an. Fans der tanzbaren elektronischen Musik kamen hier hundertprozentig auf ihre Kosten.

Zurück zur großen Bühne. Hier stand jetzt Eisbrecher [GALLERY] auf dem Programm. Musikalisch bezeichnet Sänger Alexander "Alexx" Wesselsky die Musik als "Elektronischen Trip-Rock". Eisbrecher vereinigt in seiner Musik harte Gitarrensounds und klangvolle elektronische Elemente. Mit diesem Konzept hat er bereits eine bemerkenswerte Fangemeinde bilden können. Mit Uniform und cooler Sonnenbrille trat Alexx vor die Fans. Er begrüßte die Zuschauer und freute sich über das zahlreiche Erscheinen. Die waren ebenfalls begeistert, sangen bei jedem der einprägsamen Songs mit. Eisbrecher lieferte dem Publikum eine gelungene Performance mit vielen Ohrwürmern.

Aus Schweden kommt bekanntlich erstklassiger EBM. Auch auf dem Dark Storm war Schweden mit Spetsnaz [GALLERY] vertreten. Das aus Örebro stammende Duo hat seit 2002 vier Alben veröffentlicht. Fast wäre es zur Auflösung gekommen, aber dann starteten sie noch einmal im Vorprogramm von DAF im Jahre 2007 durch. Spetsnaz begeisterte die Fans im kleinen Saal mit ihrer exklusiven Performance.

Über Project Pitchfork [GALLERY] braucht man wohl nicht mehr viel zu sagen. Seit Anfang der 90er gehören sie zu einem festen Bestandteil der schwarzen Szene, lieferten zahlreiche Alben und Clubhits ab und begeistern seit Jahren die Fans ? in allen Altersklassen. Auf dem Dark Storm waren Project Pitchfork auch schon mehrfach vertreten, zuletzt 2007. Auch nach 20 Jahren Bandgeschichte gehört die Band zweifellos immer noch zu den deutschen Topacts der Elektroszene. Mit dem letzten Album "Dream, Tiresias!" ging die Band zunächst auf Europa-Tournee, anschließend gab es auch Auftritte in den USA. Project Pitchfork schaffte es auch diesmal wieder, die Menge mit ihren Songs zu begeistern. Die 50-minütige Show ging viel zu schnell vorbei.

Gegen 22:15 startete die letzte Band auf der kleinen Bühne: Agonoize [GALLERY]. Vor einigen Monaten erschien ihr neues Album mit dem kaum aussprechbaren Namen "Hexakosioihexekontahexa". Die Show begann weihnachtlich. Sänger Chris wurde von einer Tänzerin umgarnt. Harte Rhythmen und aufreizende Texte brachte die Menge jetzt so richtig in Fahrt. Der brechend volle kleine Saal bebte, die Fans waren kaum noch zu halten.

Nächster Headliner im großen Saal waren ASP [GALLERY]. Die Alternative-Rock-Band um Alexander Frank Spreng existiert seit mehr als 10 Jahren und konnten sich mit zahlreichen Alben und Singles in der Szene etablieren. Besonders bekannt wurden sie durch den Zyklus des "Schwarzen Schmetterlings", der die ersten 5 Albumveröffentlichungen prägte. Selbst der große Saal war jetzt zu klein geworden. Vielen Fans drängten sich bereits eng an den Eingangsbereichen. Die Band um verzauberte das Publikum von Anfang an und war ein gelungener Headliner.

Den krönenden Abschluss des 13. Dark Strom Festivals machte Front 242 [GALLERY]. Die belgische EBM-Formation war Vorreiter einer ganzen Szene und beeinflusste zahlreiche Bands. Vor knapp 30 Jahren erschien ihr erstes Album "Geography". In den 80er Jahren lieferte Front 242 etliche Clubhits, die bis heute gespielt werden. Nach den experimentellen Alben "06:21:03:11 Up Evil" und "05:22:09:12 Off " wurde es ruhig um die Belgier. Lediglich Remix- und Live-Alben erscheinen, auch einige Live-Auftritte in den späten 90ern. 2003 meldeten sich Front 242 mit dem Album "Pulse" zurück. Ab und zu sind sie noch auf Festivals anzutreffen. Bei dem Auftritt auf dem Dark Storm Festival konzentrierten sich Front 242 wieder auf ihre alten Songs und begeisterten das Publikum mit ihrer tollen Show.

Kurz nach 1:00 Uhr war das 13. Dark Storm Festival nach ungefähr 8 Stunden vorbei. Die vollen Hallen und auch das geschäftige Treiben in den Vorräumen ließen darauf schließen, dass die Fans rundum zufrieden waren. Ein gelungener Abend mit vielen Highlights, einem nahezu perfekten Ablauf und zufriedenen Gästen ging zu Ende. Wer noch nicht genug hatte, konnte noch anschließend auf die Aftershow-Party ins nahe gelegene "Vampire" gehen.

HEADQUARTER
16:15 Einlass
17:15 Felsenreich
18:00 Eisheilig
19:00 Letzte Instanz
20:00 Eisbrecher
21:05 Project Pitchfork
22:25 ASP
23:50 Front 242

SECOND FLOOR
18:30 Deviant UK
19:40 Tyske Ludder
20:40 Spetsnaz
22:15 Agonoize

Autor und Fotos: Thomas Bunge

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