Christmas Ball 2009 – Köln, Alter Wartesaal (25.12.2009)

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Bereits zum dritten Mal fand pünktlich zum Weihnachtsfest der Christmas Ball statt, 2009 aber nun erstmals als kleine Festivaltour mit drei Austragungsorten. In den letzten beiden Jahren war der Christmas Ball lediglich im Hannoveraner Capitol beheimatet, 2009 kamen der Alte Wartesaal in Köln und die Posthalle in Würzburg hinzu. Auf dem Programm standen in Köln und Würzburg vier Bands, in Hannover mit Front 242 sogar noch eine exklusiver Headliner. Wir waren für euch am ersten Weihnachtstag in Köln dabei, dem ersten der drei Events, bei dem Covenant, Suicide Commando, Welle:Erdball und Destroid auftraten.

Pünktlich wie die Maurer ging es um 19 Uhr mit Destroid los. Destroid besteht aus Daniel Myer (Haujobb), Sebastian Ullmann (sebi) und Rinaldo Bite (ribi). In Köln standen aber nur Daniel und Sebi auf der Bühne, dem Anlass entsprechend dafür aber beide mit Jackett bekleidet. Und auch vom Set her hatten sie besonderes zu bieten, denn sie präsentierten hier neben bekannten Stücken auch erstmals Songs ihrer Mitte Februar erscheinenden neuen EP ?Silent World?, von denen einer auch gleich den Reigen eröffnete. Später sollte dann auch noch das auf der EP von Sven Friedrich (Dreadful Shadows/Zeraphine/Solar Fake) eingesungene Sisters Of Mercy Cover ?Lucretia My Reflection? folgen, das dem Original durchaus ähnlich ist, allerdings etwas weniger düster und dafür ?zumindest live- mit leicht aggressivem Gesang von Daniel aufwartet. Natürlich wurden aber auch Klassiker wie ?Bird Of Prey? oder ?Judgement Thrown? geboten und so vergingen die knapp vierzig Minuten wieder einmal wie im Flug. Ein starker Auftakt.

Angenehm kurz, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Bühne annähernd in eine Spielhölle verwandelt werden musste, verlief die erste Umbaupause und so ging es schon um kurz nach acht mit Welle:Erdball weiter. Welle:Erdball sind Honey, A.l.f., Plastique und Frl. Venus, allerdings fehlte A.l.f. bei den Weihnachtsbällen und wurde von einer größeren Ausgabe seiner selbst vertreten. Natürlich stand wie immer Spaß an erster Stelle eines Welle-Auftritts, doch auch mit Messages hielt man sich gewohntermaßen nicht zurück und prangerte u.a. den Trend zum Gläsernen Menschen an. Nun gut, das ist alles bei Welle:Erdball nicht neu, Spaß gemacht hat es aber trotzdem mal wieder, zumal sich auch die vier etwas Besonderes für den speziellen Anlass ausgedacht hatten und am Ende ?Alle Jahre Wieder? im Weihnachtsoutfit intonierten, allerdings zum Glück nur die beiden Damen. Nächstes Projekt der Band ist übrigens der nun endlich erscheinende Welle:Erdball-Film ?Operation: Zeitsturm?, der jetzt für Ende Januar 2010 angekündigt ist.

Der nächste Umbau gestaltete sich dann leider etwas problematischer, denn vor Suicide Commando hatte man mit einigen technischen Problemen zu kämpfen, wodurch sich der Beginn um eine knappe Viertelstunde verzögerte. Doch diese Probleme waren gleich beim Eröffnungssong ?Bind, Torture, Kill? vergessen, denn nun ging die Party richtig los! Frontmann Johan und seine Live-Verstärkung waren bester Laune und insbesondere Johan selbst äußerst agil auf der Bühne. Dazu gab es im Hintergrund natürlich wieder anschauliche Videoprojektionen und ordentlich Bässe aus den Lautsprechern. Alte Hits der Marke ?Dein Herz, meine Gier? wechselten sich mit aktuellem Material ab und auch für einige neue Stücke vom kommenden Album war Platz, darunter das live sehr druckvolle ?Die, Motherfucker, Die?. Als Zugabe und zur Vervollständigung der guten Stunde Spielzeit gab es den Klassiker ?Save Me? und danach verließ die Band die Bühne und hinterließ ein geschafftes, aber begeistertes Publikum. Für mich und offensichtlich viele andere im Alten Wartesaal das Highlight des Abends!

Nun stand nur noch eine weitere Band auf dem Programm, doch diese hatte es ebenso in sich, denn Covenant sind für ihre begeisternden Shows bekannt. Auch wenn mich ?Skyshaper?, das letzte Studiowerk der Schweden, vollkommen kalt ließ, denke ich immer wieder gerne an frühere Meisterwerke wie ?Dreams Of A Cryotank? oder ?Sequencer? zurück und ihre Live-Auftritte bieten dazu stets eine gute Gelegenheit. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Gruppen, vernachlässigen die Schweden ihre alten Werke live nicht und geben der Show damit die nötige Würze. Und so ging es auch gleich mit einem Klassiker los: ?Stalker?. Der Sound dröhnte zu Beginn nur so aus den Boxen, fing sich aber nach drei Songs zum Glück. Sänger Eskil Simonsson war energisch wie selten zuvor und sprang recht viel über die zumeist schwach beleuchtete Bühne des Wartesaals, der seinem eher ruhig anmutenden Namen heute sicher keine Ehre erwies. In der Folgezeit reihte sich Hit an Hit aus der Bandgeschichte, doch auch Eskil Simonsson, Joakim Montelius und Daniel Myer hatten den Fans zu Weihnachten natürlich ein paar Geschenke in Form von neuen Songs mitgebracht, die einen recht guten Eindruck machten und ?Skyshaper? hoffentlich vergessen machen werden. Nach knapp einer Stunde beendete ?Call The Ships To Port? den Mainset bei mittlerweile sehr guter Stimmung. Daher wollte man die Skandinavier natürlich noch nicht ziehen lassen und so applaudierte man sie noch für zwei Zugaben zurück auf die Bretter. Als erstes wurde ?The Men? präsentiert, bevor der Clubhit ?Dead Stars? den Auftritt gelungen abrundete und DJ Elvis zur nachfolgenden Aftershowparty lud.

Ein klasse Weihnachtsfestival mit vier starken Bands, von denen keine enttäuschte, aber viele begeisterten. Man kann wohl jetzt schon sagen, dass das Ganze nach einer Wiederholung schreit, die es sicher zu Weihnachten 2010 auch geben wird. Zuvor findet am 09. April 2010 im Capitol zu Hannover aber erst einmal das erste ?Spring Ball Festival? statt, bei dem dann wieder vier Bands auftreten werden. Fest stehen mit Northern Lite, De/Vision und Klangstabil bereits jetzt deren drei.

Bilder des Festivals befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos:

Covenant:

Suicide Commando:



Welle:Erdball:



Destroid:

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