LEICHTMATROSE / SCARLET SOHO – K├Âln, Tsunami Club (18.11.2009)

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Nachdem Sparklingphotos wie leider so oft eine geschlagene Viertelstunde einen Parkplatz gesucht hat, um zum Tsunami Club zu gelangen, wurden wir mit einem schönen Abend in Köln belohnt. Der Tsunami Club ist eine kleine, aber sehr schöne Location, und diese war auch ganz gut gefüllt. Nicht nur Fans waren an diesem Abend im Publikum, sondern sogar einige Musiker. Darunter auch Joachim Witt, Mentor des Leichtmatrosen. Zuerst aber kamen wir in den Genuss von Scarlett Soho
aus Süd England. Die Band besteht aus James (Vox/Guit), Scarlet (Bass/Vox/Keys), und Stu (Keys) und hat bereits erfolgreich IAMX live unterstützt. So wirkten auch die Songs der Briten wie eine Elektro-Version der Sneaker Pimps, Interpol und Cinematics, und diese Mischung war perfekt, um die Stimmung im Tsunami anzuheizen. Die Songs von Scarlet Soho wurden sehr gut angenommen und Sänger James hat es sich nicht nehmen lassen, von der Bühne zu steigen und sich singender Weise mitten in die Zuschauer zu stellen, während Keyboarder Stu (dessen Aussehen sehr dem des jungen Midge Ure glich) das Keyboard bearbeitete und Bassistin Scarlet in die Saiten haute. Die Show war sehr kurzweilig, recht schnell vorbei und das Publikum zufrieden. Nach einer angemessenen Umbaupause betraten Leichtmatrose mit ?Der Mond trägt ein trauriges Gesicht? die kleine Bühne des Tsunami Clubs. Eigentlich ein Solokünstler, tritt der Leichtmatrose live mit einer ?richtigen? Band auf, bestehend aus Andreas Stitz ? Worte, Melodien, Emotionen und Gesang und wechselnden Begleitmusikern, dieses Mal u.a. mit Angie Taylor am E-Bass und Cello, die bereits mit solch illustren Künstlern wie Alexander Klaws zusammengearbeitet hat. Spätestens nach ?Leichtmatrosen haben┬┤s schwer? war die Marschrichtung des Auftrittes klar. Hier regierten nicht die Beats und clubtaugliche Rhythmen, sondern Atmosphäre. Und diese beherrscht der Leichtmatrose wie kein zweiter. Die Songs und besonders die erlebten und sozialkritischen Texte zwingen zum Hinhören und Mitdenken. Dennoch kam hier und da Stimmung auf, wie zum Beispiel bei ?Sexi ist tot? und ?Junge von Nebenan? bei denen die Fanbase in der ersten Reihe entgegen der makaberen Texte Partyfeeling zu erzeugen versuchte. Was aber nicht verwunderlich war, denn genau das ist das Stilmittel des Leichtmatrosen: anspruchsvolle Texte mit leichten Popmelodien zu vermischen. Was mir persönlich fehlte ist, dass die Elektronik leider zu kurz und nur nebenher von der Harddisk kam. Was also auf der Platte zu hören ist, hat recht wenig mit dem präsentierten Sound auf der Bühne zu tun. Vielleicht sollte man die Liveumsetzung noch einmal überdenken. Nicht nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, das Geschehen zu verfolgen, gelang es Leichtmatrose Andreas immer wieder seine Gefühle so tief in die Songs zu legen, dass man sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen konnte. Stück für Stück des aktuellen Albums ?Gestrandet? wurde im Laufe des Gigs präsentiert und das Publikum schaffte es, nach dem letzten Stück des Hauptsets ?Der letzte Zug? die Band noch zweimal für eine Zugabe auf die Bühne zurückzubringen, bevor sich die Musiker unter die Fans mischten und mit diesen einen gemütlichen Plausch an der Bar abhielten.

Setlist:
01. Der Mond trägt ein trauriges Gesicht
02. Leichtmatrosen haben┬┤s schwer
03. Sexi ist tot
04. Studentenfutter
05. Der einsame Astronaut
06. In Wahrheit gelogen
07. Junge von Nebenan
08. Vom Esel im Galopp verloren
09. Herztransplantation
10. Der letzte Zug
11. Gestrandet (Z)
12. Himmelfahrt (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos:

Leichtmatrose:



Scarlet Soho:

Autor: Frank Stienen
Fotos: Michael Gamon

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