THE EXPLODING BOY – DĂŒsseldorf, Pretty Vacant (16.09.2009)

2009-09-16_The_Exploding_Boy_-_Bild_010x.jpg
GeschÀtzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Mitten im allabendlichen bunten Düsseldorfer Altstadt Treiben befindet sich ein schattenhafter Tupfen. Dieser Punkt ist eine überschaubare Truppe dunkel gekleideter Menschen, die vor dem Pretty Vacant auf den Besuch aus Schweden warten.

Nicht jeder Schwede ist Blond. Die Herren von The Exploding Boy haben sich schon ganz unauffällig zwischen die geduldigen Besucher gemogelt.
Um 22.30h entscheiden die vier smarten Boys das Innere der Location aufzusuchen. Im Pretty Kellergewölbe harren schon einige Freunde des düster- melancholisch- elekrogefrikelten- 80?s like Sounds mit einem Schuss Interpol & Co und einer dick überzogenen Schicht Post-Punk- geduldig aus.

Im Alleingang beendet Keyboarder Nick die Wartezeit. Ein langes elektronisches Intro fließt durch die Leitung in den Raum. Nach einigen Minuten der synthetischen Einleitung gesellen sich auch die restlichen Boys zu ihrem Kollegen und der schwedische Abend nimmt Form an. Für den Schlagzeugpart ist ein Drumcomputer zuständig. Die kleine Bühne leuchtet permanent im roten Licht. Sänger Johan wirkt oft unnahbar und distanziert, passend zum kühlen- monoton treibendem Sound. Seine Gitarre ist für die akustische The Exploding Boy Saite verantwortlich. Bei den unter Strom gesetzten Stücken legt Johan sein Instrument bei Seite und konzentriert sich völlig auf den Text. Wenn seine Hände nichts festhalten, greift er in die Luft und streckt sie zur niedrigen Decke, um die rot- funkelnde Lichterkette zu umfassen. Die Stimme wird mit viel Hall auf dem Mikro aufgepuscht. Neben Johan ist Stefan für den Gesang zuständig. Wenn der Gitarrist das Mikrophon übernimmt, wird den Songs ein Stück Cure-Dasein eingehaucht. Der zweite Frontmann ist auch für die Kommunikation verantwortlich. Diese Gespräche sind nur kurze Informationen über die Band, die sich vor drei Jahren zusammengefunden hat und nun mit ihrem zweiten, gerade erschienenen Longplayer ?Afterglow? auf kleiner Deutschland Reise ist.

Aber wer möchte schon mit großen Reden berieselt werden, schließlich ist die Musik das Motiv der Zusammenkunft. Und wie gut es bei den Zuschauern ankommt ist an dem lautstarken Applaus der geringen Anzahl an Hände zu messen. Egal, auch wenn nicht so viele Leute wie es die Schweden verdient hätten den Weg ins Pretty Vacant gefunden haben, tut es der Qualität des Gigs keinen Abbruch. Spielsüchtig schrammeln sich The Exploding Boy durch ihre zwei Alben. Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums ?Afterglow? hinterlassen die vier Herren jedenfalls einen ordentlichen Eindruck. Der auf dem Nachhauseweg noch gehörig in den Ohren glüht.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des Bandfotos:

 

Autorin : Martina Peitz
Fotos : Michael Gamon

Kommentar verfassen