IKON – Dortmund, FZW (22.09.2009)

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Regelmäßig umkreisen Ikon die Kontinente. Auf den Weg nach Deutschland packen sie auch ihren neuen Silberling ?Love, Hate And Sorrow? mit in den Koffer. Zum ersten Mal in ihrem 18jährigen Bandbestehen allerdings, steht Dortmund für die drei Australier mit auf dem Plan.

Um 20Uhr sind die Türen vom FZW noch verschlossen. Die Startzeit verschiebt sich schleichend nach hinten. Schaut man schließlich auf die Bühne, macht es den Eindruck, als wäre die Band erst vor einigen Minuten völlig in Zeitdruck angereist. Mitten drauf sind nämlich einige Reisetaschen deponiert.
Als der hell beleuchtete Raum in rotes Licht wechselt, ist von den Reiseutensilien nicht mehr viel zu erkennen. Nun stehen drei Gitarristen im Vordergrund. Ein Schlagzeug und Synthesziser existieren bei Ikon Konzerten nicht. Live werden diese Spuren von einer Mini-Disc eingespielt.

Genauso frisch wie der Geruch der nagelneuen Location sind auch die Songs des unlängst veröffentlichten Longplayers und genau diesem wird viel Aufmerksamkeit in den nächsten 90 Minuten gewidmet. Die kleine, stets treue Ikon Fangemeinde nimmt die neuen Songs hellhörig auf. Nicht mehr ganz so düster wie in den ?Shadow Of The Angel? Zeiten präsentieren sich die gegenwärtigen Stücke. Der Ikon Gothic, Wave- Sound bekommt mit dem ?Alter? und zur monoton dunklen Stimmlage von Chris Mc Carter mehr synthetische Klänge eingehaucht. Ikon ist eine unspektakuläre, aber perfekte Live-Band bei der nur die Musik zählt. Auf eine große Bühnenshow verzichten die drei und so ändert sich lediglich die Farbe der Scheinwerfer. In Rot oder Blau getaucht, bewegen sich die Musiker nicht von ihrem angeordneten Platz weg. Dafür treiben Ikon das Publikum zu minimal passenden Tanzbewegungen an. Obwohl Ikon während ihrer 18 Jahre genügend eigene Songs kreiert haben, nehmen die Ohren der Fans gerne die leidenschaftlich gecoverten Augenblicke bei ihren Konzerten wahr. Dazu gehört auch ?Fall Apart? von Death in June. Natürlich kennt jeder der Anwesenden die Ikon Vorliebe für Joy Division/New Oder. Dieser Teil wird in den Zugaben-Marathon mit eingebaut. Zuerst bekommen wir einen düsteren Strauß ?Black Roses? überreicht bevor die Vergangenheit des Manchester Sounds mit ?Ceremony? wiederbelebt wird. Wie sehr dieses Lied den Nerv der Zuschauer getroffen hat, beweißt der dankende Applaus. Nach so einem Stück kann man sich nicht einfach aus dem Staub machen. Ikon wissen es und kommen fast unaufgefordert ins Rampenlicht zurück um die kleine Gruppe treuer Seelen, mit ihren finsteren Wave- Gitarren, in die Dunkelheit der Nacht zu hüllen.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des Bandfotos:

Autorin und Fotos : Martina Peitz

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