Woog Riots – Pasp

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Woog Riots – Pasp

Die Woog Riots kommen aus Italien bzw. Deutschland und bestehen vornehmlich aus
Silvana Battisti und Marc Herbert, bei ihren Liveauftritten werden sie von weiteren Musikern verstärkt. Die beiden legen mit "Pasp" ihr zweites Album nach dem Debüt "Strangelove TV" vor. Hinter dem etwas merkwürdig klingenden Albumtitel verbergen sich die Anfangsbuchstaben der vier auf diesem Album behandelten Themenbereiche "People", "Animals", "Society" und "Places" und er stellt somit fast schon ein oberflächliches Inhaltsverzeichnis dar. Oberflächlich erscheinen dann auch zunächst mal viele der hier vertretenen 15 Songs.

Auf "Pasp" reagiert der Pop und zwar elektronischer Pop mit viel Humor und Spielfreude, aber zunächst mal weitestgehend ohne offensichtlichen Tiefgang. Dieser stellt sich erst ein, wenn man etwas genau hinter die kindliche Fassade blickt und bei Songs wie  "Art Museum" feststellt, dass hier auf zum Teil pupertär erscheinende Art und Weise ernste Themen wie Seximus oder ähnliches verarbeitet werden.

Die Songs selbst sind dabei sehr eingängig und wissen sich durch phrasierte Wiederholungen in den Köpfen der Hörer festzusetzen. Mich erinnert das Ganze etwas an den Backkatalog der großartigen "Throw That Beat In The Garbagecan", die einen ähnlichen Weg bereits Mitte der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre bestritten. An den Charme der seinerzeit aus Fürth stammenden Band kommen die Woog Riots allerdings nicht ganz heran. Einige Songs wie die Single "Frank Backwards", "Octopussy" oder "Backstage Lemonade" (bei dem ihnen übrigens Kimya Dawson aushalf) wissen durchaus zu gefallen und auch die hier verwendeten äußerst interessanten Instrumente wie Stylophone, Melodica,
Säge, Omnichord oder Mini-Casino stechen sicherlich heraus, aber irgendwie bleiben mir persönlich zu viele Songs zu sehr an der Oberfläche, können sich nicht recht entscheiden ob sie nun Fisch oder Fleisch sind, ernst oder albern.

Am Ende bleibt ein schön anzuhörendes Album, das den von uns gewonnenen netten Eindruck bei ihrem Auftritt im Vorprogramm der Sohodolls bestätigt. Ein Meilenstein ist "Pasp" sicher nicht, aber allemal ein Ohr wert.


Tracklist:

01. People / People Working With Computers
02. People / Paul McCartney
03. People / Lack Of Passion
04. People / Frank Backwards
05. Animals / Wild Baboons
06. Animals / Elephants & Mirrors
07. Animals / Octopussy
08. Society / Backstage Lemonade
09. Society / Islam Punk
10. Society / Doormat Theory
11. Society / April ’66
12. Places / Hotel Room
13. Places / Night Bus
14. Places / Art Museum
15. Places / Living Room

Autor : Michael Gamon

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