THE WEDDING PRESENT – Köln, Gebäude 9 (28.11.2008)

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Bevor die Freunde ehrlicher und schneller Gitarrenmusik am Freitag den 28.11. im Gebäude 9 in Köln richtig auf ihre Kosten kommen sollten, hatte die ?Schüler-Band? `I Might Be Wrong´ ihren großen Auftritt. Musikalisch gab es hier gefälligen Indie-Pop zu hören und immerhin hatte Tobias Siebert (Phillip Boa) ihr Debütalbum produziert, aber trotzdem zogen sich einige der Zuschauer schnell wieder in den engen, und kurze Zeit später komplett überfüllten Vorraum zurück. Dort hielten sich dann auch dicht gedrängt diejenigen auf, die sicher gehen wollten, dass sie heute im Gebäude 9 richtig seien.
David Gedge stand dort u.a. auch am CD-Verkaufstisch und beantwortete in seiner völlig souveränen und ruhigen Art einige Fragen interessierter Fans.
Nach dem erlösenden Schlussakkord der Schüler dauerte es dann auch nicht allzu lang, bis
David Gedge mehr als 20 Jahre nach der Veröffentlichung des legendären Albums ?George Best? wieder mehrere Saiten seiner verschiedensten Gitarren zerfetzte. Zugegeben, die Anzahl der zerschundenen Saiten pro Song hielten sich gegenüber der ?Hoch-Zeit? der Band in den späten 80ern/frühen 90ern in Grenzen und seine Bühnengehilfin hatte somit weit weniger zu tun als es früher der Fall gewesen wäre.

Der Sound war ganz eindeutig und zweifelsfrei original Wedding Present, auch wenn viele Stücke gegenüber der Zeit vor ihrer längeren Pause (1997 ? 2004) etwas ?ruhiger? daher kommen (wenn man das so sagen kann ohne den Eindruck zu erwecken, dass Wedding Present in die Jahre gekommen seien). Ganz ehrlich hätte John Peel sicher immer noch seine helle Freude gehabt, sie an diesem Abend spielen zu hören und zu sehen! In die Jahre gekommen sind sie freilich nicht, auch wenn der genauere Betrachter vor dem Konzert bei David G. eine leichte Braun-Tönung in der bekannten Kurzhaar-Frisur zu erkennen meinte?
Die Songs gingen knallhart nach vorne?völlig kompromisslos!
Dass das wohl auch seine Art ist, ließ David G. dann auch deutlich aufblitzen, als man ihm sagte, dass ein Brautpaar anwesend sei und als ?Hochzeitsgeschenk? ein bestimmtes Stück wünschte.
Selbstverständlich spielte er den Wunsch nicht, dafür aber ?Palisades?!

Genauso klar erfolgte seine Ansage kurz vor Ende des Konzertes, keine Zugabe zu spielen.
Eigentlich sehr schade, weil naturgemäß gerade zum Ende des Konzertes noch einmal ältere und bekanntere Stücke wie "Dalliance" und "Dare" liefen. Es fehlten am Ende, nach ca. 1,5 Stunden, doch einige Klassiker, insbesondere aus der Zeit vor der siebenjährigen Pause, was durch das sehr starke Repertoire aus den neuen Alben allerdings erst beim Verlassen des Gebäudes auffiel?
Keine Frage, The Wedding Present sind nun wieder zurück und ein Konzertbesuch lohnt sich in jedem Falle für alle Liebhaber schneller, kompromissloser und ehrlicher Gitarrenmusik ohne jeglichen elektronischen Schnickschnack.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch anklicken der Bilder:

The Wedding Present:


I Might Be Wrong:

Bericht : Stefan Voigt

Fotos : Michael Gamon

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