DEAR WOLF & SPIRITUAL MAZE & AKANOID – Krefeld, Kufa (22.05.2008)

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Akanoid, das ist eine Band aus dem Sauerlandkreis, die mit ihrem 2007?er-Album ?Cocktail Pop? eine Wandlung weg vom Techno/Trance und hin zu songorientierten Strukturen vollzogen haben und damit in die Nähe der Spitze des Elektrohimmels gestoßen sind. Damals noch zu zweit, sind sie seit einiger Zeit neu besetzt und zu viert. Hilton, Phil, Daggy und Dirk sind jene welche, die bei ihren Auftritten Spaß und versprechen. So auch am Fronleichnam-Donnerstag, dem 22.05.08. Die KuFa war gegen Anfang noch mäßig gefüllt, was sich im Laufe des Abends hoffentlich noch ändern dürfte.

Akanoid starteten außergewöhnlich pünktlich um kurz vor acht Uhr. Schon beim ?Intro? wurde klar, dass die Band schon längst nicht mehr als Newcomer, sondern Szene-Hit verschrien ist. Kraftvoll, ausdrucksstark und emotional wagte es Hilton dem Publikum gegenüberzutreten. Nicht ganz ungelegen kam es mir, dass trotz erwartetem ?Rock-Abend? eine Elektro-Combo den Anfang machte. Moderne Tanzmusik, die die Muskeln aufwärmt und einen vergnüglich durch den ersten Teil des Abends bringt. Der Sänger, Hilton, war wie gewohnt in prächtiger Stimmung, rockte er doch die Bühne bei ?Usual Freak?, ekstatisch schüttelte er sein Haupt und seine Knochen, was auch seinen Gitarristen, Phil, anzustecken schien. Außerdem sei zu erwähnen, dass sich Daggy samt Keyboard weiter nach vorn positionierte und sie ihre Stimme bei ?Pain? und ?No Matter? zur Verfügung stellte. Die Kombination ?beider? Sänger ist gut gewählt und umgesetzt und verleiht den Songs den letzten Schliff. Auch kamen die neuen Songs sehr gut rüber und man darf auf das nächste Output der vier sehr gespannt sein. Kurz und knapp bleibt hier nur zu sagen: ?The next level? will arrive soon.


Setlist Akanoid:

01. Intro
02. Unbreak me
03. Nexx
04. I Swear
05. Usual Freak
06. Strange Obsession
07. All The Noise
08. Pain
09. No Matter


Spiritual Maze
, traten zunächst unbemerkt vor die, mittlerweile immer größer werdende, Menschenmasse. Drei Musiker, ohne auffällige Frisuren, Klamotten, Retuschen oder einen gewaltigen Auftakt. Aber der E-Bass. Er erstrahlte in einem Neon-Grün am Hals der ?Gitarre?. Das erweckte die Aufmerksamkeit des gesamten Publikums. Tom zupfte sie exzeptionell flink was verursachte, dass in jedem Song ein Lächeln über seine Lippen huschte. Die unspektakuläre Show jedoch wuchs an Größe durch die hohe Rangstufe, auf der man diese Musik einzuordnen hat. Der Sänger, Peter, konnte durch sein transparentes Auftreten und seine energisch starke und beeindruckende Stimme überzeugen. ?Living on the edge? begeisterte so ziemlich jeden – man konnte es in ihren Gesichtern sehen! ?Alter?-Rock mit Stil und Klasse. Der Live-Auftritt war kurz, viel zu kurz.


Setlist Spiritual Maze:

01. Confession
02. Living on the edge
03. Dream on
04. Fire in your eyes
05. Maybe
06. Pain

Dear Wolf ist eine Band aus Krefeld, die zunächst unter dem Namen "No Sports" regional auftrat und seit 1988 ihren aktuellen Namen trägt. Gerade Anfang der Neunziger Jahre war die Band dabei mehr als nur ein Geheimtipp in der alternativen Pop/Rocklandschaft und noch heute kann man auf eine beachtliche Fanbase zählen. Ihr Song "Summer Train" ist bis heute einer der größten Erfolge in hiesigen Gebieten. Leider trennte sich die Band Mitter der 90er, um später, aus nicht mehr nennenswerten Gründen, unter neuer Besetzung die Karriere fortzusetzen. Letztes Jahr bereits standen Dear Wolf zum ?Einmal-Konzert? in der wohnzimmergroßen Krefelder Kulturrampe auf der Bühne und zogen die Fans in Scharen. Die Größe der Halle erlaubte es nicht mehr als ca 80 Leute hereinzubitten, so dass Dear Wolf folgerichtig kurz darauf und auch in diesem Jahr wieder, in einer größeren spielen durften. Der charmante Alexander & Band betraten unter anturnendem Applaus die Bühne, die, dass sei zusätzlich noch zu erwähnen, hoffentlich bald wieder ihr festes ?zuhause? werden wird. Sie sangen sich in Ekstase, leider aber mit prozentual mehr Stücken vom neuen Album. Bei der Ankündigung des Songs ?Falling Star? kam Alex, vielleicht lag es an der Nervosität oder Rührung, ins straucheln und redete sich um Kopf und Kragen. Menschlich, sympathisch und durchaus auch zum schmunzeln animierend. ?Superstar?, vom aktuellen Album fand viel Zustimmung beim Publikum und entlockte so manchem im Refrain ein paar schiefe Töne. Es ging dem Ende zu, was zurecht unter lautem Applaus zu Entsetzen führte und nicht toleriert werden wollte. Die vier Künstler überraschten mit einer Zugabe und versorgten uns noch mit einem Song von ?1989? – vom Album ?Dear Wolf? ? ?Fly?. Dieser Song wurde nicht wie gewohnt in der rockigen Variante, sondern eher in einer ruhigen, groovigen Version dargeboten. Danach gab es noch einen Ohrenschmaus vom neuen Album, bevor sie sich eigentlich in die Nacht verabschiedeten. Der anhaltende Beifall war dann aber wohl doch noch die Ursache für einen weiteren letzten Song ?. ?Rollercoaster?


Setlist Dear Wolf:

01. Der Opener hat bis dato noch keinen Titel (Livepremiere)
02. Live is a grand
03. For sure
04. YEAH, YEAH, YEAH
05. Falling Star
06. Sister Ray
07. How did you know
08. Lost
09. Radiate
10. Superstar
11. Machinery
12. Vaulting horse
13. Fly (Z)
14. The will to fly (Z)
15. Rollercoaster (Z)

Es war schier beeindruckend, dass hier alle Altersklassen vertreten waren. Von jung bis alt und die ?Alten? wirkten noch sehr jung geblieben und fit. Ein nettes Familientreffen, so schien es, und das bescherte allen Anwesenden einen schönen Feiertagsabend mit guter Musik, gemütlicher Atmosphäre und dem einen oder anderen Bier. Gern? wieder.

Bilder des Konzerts gibt es in unserer Concert-Picture-Section:

Dear Wolf:


Spiritual Maze:


Akanoid:

Autorin: Stephanie Sieler

Fotos : Michael Gamon

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