THE BREEDERS & CLOUDBERRY – K├Âln, Luxor (22.04.2008)

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Die Breeders wurden 1988 als Sideprojekt zweier etablierter Musikerinnen gegründet, bei dem sich Kim Deal (Pixies) und Tanja Donelly (Throwing Muses) abseits ihrer Stammbands austoben und neue Ideen verwirklichen konnten. Tanja stieg aber bereits 1991 wieder aus der Band aus und wurde durch Kims‘ Zwillingsschwester Kelley ersetzt, die erst während der Aufnahmen zum Erfolgsalbum "Last Splash" das Gitarrenspiel erlernte. Das Album erhielt mit "Cannonball" eine vielgefeierte Single und die Breeders gehörten fortan zur Speerspitze der amerikanischen Rockmusik, spielten im Vorprogramm von Nirvana und waren Headliner beim Lolapalooza-Festival. Doch danach wurde es wieder etwas ruhiger um die Band und es dauerte neun Jahre bis im Jahre 2002 mit "Title TK" der Nachfolger erschien, der jedoch etwas unterging. Dieses Jahr erschien Anfang April nun ein neues Album welches auf den Namen "Mountain Battles" hört und neben englischen auch deutsch- und spanischsprachige Tracks enthält. Und zeitgleich ging die Band auch auf Tour, schaute jedoch nur für einen Gig in Deutschland vorbei (das für Berlin angekündigte zweite Deutschlandkonzert wurde abgesagt) und ich hatte die Freude beim Konzert in Köln dabei sein zu dürfen.

Als Opener wurde erst wenige Tage zuvor die deutsche Band Cloudberry aus Frankfurt/Wiesbaden verpflichtet, deren aktuelles Album "Graceful & Light" mir ein Freund Ende 2007 ans Herz gelegt hatte und welches mir von Beginn an sehr gut gefiel. Ich sah die Band Anfang 2008 dann auch gleich live und zwar gemeinsam mit Akanoid auf der Bühne des Blue Shell in Köln. Und nun, nur drei Monate später kam es zu meinem zweiten Konzert der Band, wieder in Köln, diesmal aber im Luxor als Vorgruppe der legendären Breeders.

Um Punkt neun Uhr betraten sie die Bühne und sofort fiel auf, dass das Lineup der Band gewechselt hat, denn statt Bassistin Moni Grysa zupft nun Sebastian Lübeck die vier Saiten. Sebastian war zuvor bereits als eine Hälfte der Agentur FürKrankeMedien für das Artwork von "Graceful & Light" und die Videos der Band mitverantwortlich. Vielleicht lag es daran, dass die drei trotz des kurzfristigen Lineup-Wechsels bereits gut aufeinander eingespielt wirkten. Sie präsentierten in ihrem gut halbstündigen Set Songs des letzten Albums, aber auch eine ansprechende Coverversion des Lemonheads Songs "Into Your Arms", sowie einige neue Songs die bisher kaum oder garnicht live gespielt wurden. Die Songs von Cloudberry sind kurze, prägnante Rocksongs, das ein oder andere Mal hätte man sich aber sogar gewünscht, der Song wäre noch nicht zu ende, aber Langeweile und längere Wiederholungen sind halt nicht Teil der Cloudberry-Philosophie. Ein wirklich guter Auftritt, der mir noch deutlich besser gefiel als unsere erste Zusammenkunft im Januar. Die Band hat einiges an Potential und das Konzert macht schon jetzt Lust auf die nächste Veröffentlichung, die derzeit eingespielt wird.

Und weiter ging es im genauen Zeitablauf, denn um zehn Uhr betraten die Breeders die Bühne des gut gefüllten, aber bei weitem nicht ausverkauften Luxors. Mir hatten die ersten Veröffentlichungen Anfang der 90er Jahre sehr gut gefallen, allenvoran natürlich Songs wie "Cannonball" oder "Safari". Das 2002er Nachfolgealbum "Title TK" besitze ich zwar, hatte es aber nur noch beiläufig wahrgenommen. Irgendwie hatte ich da vielleicht schon mit den Breeders abgeschlossen. Doch nun hatte ich die Chance, die Amerikaner auch mal live zu erleben. Noch lieber wären mir zwar die altehrwürdigen Pixies gewesen, aber so wurde es wenigstens deren Bassistin Kim Deal (bei den Breeders an der Gitarre) mit ihrer Band, die neben Kim und ihrer Schwester Kelley noch aus Jose Medeles (Drums) und  Mando Lopez am Bass besteht, live aber zusätzlich noch durch eine weitere Musikerin verstärkt wurde. Das Hauptaugenmerk liegt bei bis zu drei Gitarren und einem Bass natürlich auf dem Gitarrensound und so wurde von Beginn an gerockt. Mal recht heftig, dann aber auch wieder baladesk mit angezogener Handbremse. Es wurde gezupft und geschrammelt was das Zeug hielt. Dazu erklangen die meist zweistimmigen Gesangslinien von Kim und Schwester Kelley.

Zum Repertoire gehörten Songs alles Schaffensphasen der Band und dabei natürlich auch einige Songs ihres neuen Albums "Mountain Battles". Und sogar "Pacer" aus Kim Deals Phase beim Nebenprojekt "The Amps" gehörte ebenso zum Set, wie das Beatles-Cover "Happiness Is A Warm Gun". Erstes Highlight war "Divine Hammer" aber auch bei den anderen Songs ging das Publikum gut mit und im vorderen Bereich wurde auch das ein oder andere Mal gehüpft und gesprungen. Dies natürlich umso mehr beim Überhit "Cannonball", der auch live extrem gut rüber kam.

Gut zwanzig Songs bei einer Zugabe hört sich zunächst mal viel an, aber da es sich bei Breeders-Tracks, wie schon bei Cloudberry, um typische three-minute Rocksongs handelt, dauerte der Gig nur ca. 70 Minuten, wobei das deutschsprachige "German Studies" locationgerecht den Abend beendete. Da wäre längenmäßig sicher noch etwas mehr drin gewesen, doch das Publikum war auch so zufrieden und verabschiedete die Band mit viel Applaus von der Bühne und damit von ihrem Abstecher nach Good Ol‘ Germany.

Bilder des Konzerts gibt es in unserer Concert-Pictures-Sektion.


The Breeders:



Cloudberry:

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