Marco Pleil (Cloudberry) : New Order – Technique

new-order-technique-cover
Gesch├Ątzte Lesezeit: 2 Minute(n)

 

Autor : Marco Pleil (Cloudberry)

Also genaugenommen begann es ja mit einer 7″ Vinyl-Single, eine blaue H├╝lle mit einem Laubenblatt auf dem Frontcover. Kein Bandname, kein Songtitel. Ein dazugeh├Âriges Musikvideo indem sich irgendwelche seltsamen Figuren Ohrfeigen geben, wild herumspringen und einer eigenartigen Figur die den Songtext in Zeichensprache ├╝bersetzt (?). Mittendrin ein paar Auschnitte der Musiker. Ich war v├Âllig ├╝berfordert. Es sollte noch 2 Jahre dauern bis ich zu verstehen begann.

Ich weiss es noch genau, es war 1989. Ich stand in Neu Isenburg in einem Radiofachgesch├Ąft. Mein Musikgeschmack war noch genauso unsortiert wie die Regale des Ladens. Aber ich wusste nach was ich suchte und ich fand es: „New Order – Technique“. Dieses 9 Song lange Werk ist f├╝r mich bis heute DER Inbegriff eines perfekten Pop-Albums. Gitarren, Beats, Sequenzer, echtes Schlagzeug, Peter Hooks bis heute einzigartiges Ba├čspiel und ├╝ber allem thront die Stimme von Bernard Sumner. Dance und Rock (war damals ja wie Feuer und Wasser) verschmolzen zu Songs, die mich dort ber├╝hrten wo es bis heute selten welche getan haben und tun. Der Sequenzer-Anfang von Fine Time, der Keyboardeinsatz in All The Way, Loveless (f├╝r mich bis heute einer meiner Top-New Order-Songs), Round & Round (You built a wall of love and tore it right down in front of me), Guilty Partner mit diesem Peter Hook-Leadbass, Run, Mr. Disco, Vanishing Point, und Dream Attack, welches mir 1993 auf der Loreley beim Bizarre Festival die Tr├Ąnen in die Augen trieb. Ich k├Ânnte zu jedem Song ein Buch schreiben, so hat mich dieses Album durch meine Jugend begleitet: tausend Gef├╝hle, Erinnerungen, Hoffnung(en), Scheitern, der erste Vollrausch. Ich verbinde so viel mit diesem Album, dass ich das gar nicht in Worte fassen kann wie oder warum. Vielleicht war es das richtige Album zur richtigen Zeit, vielleicht der intime Begleiter vom Jungen zum Mann.

… 1990 dann kaufte ich mir meinen ersten Bass. Wie es sich geh├Ârt den Gurt nat├╝rlich auf Knieh├Âhe eingestellt, New Order-Songs nachgespielt und ohne auch nur irgendwas an „Technik“ auf dem Kasten zu haben begonnen Musik zu machen. Heute haben wir 2007, ich habe mittlerweile hunderte von Konzerten gespielt, arbeite mit Cloudberry am 4ten Album und Technique begleitet mich noch immer! Noch immer in der ersten CD-Auflage von Factory Communications Ltd. von 1989.

Kommentar verfassen