Julia Beyer (Technoir) : Bel Canto – Birds Of Passage

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Bel Canto
?Birds Of Passage? (1989)

Autor : Julia Beyer (Technoir)

Meine Güte. Eine Platte zu benennen, die einen gleichermaßen musikalisch geprägt hat als auch heute noch immer zu den eigenen Favourites gehört, ist bei einer umfangreichen und über viele Jahre sorgsam geformten Plattensammlung eine Aufgabenstellung, die nicht gerade einfach ist. Aber plötzlich ist es da, und man weiß genau, was einen hierhin gebracht hat, wo man jetzt ist, und sobald die ersten Klänge von ?Time Without End? erklingen, weiß ich: Hier gibt es kein Verstellen, keinen Schutz ? diese unglaublichen Melodien und verletzlichen Worte treffen ins Innerste, den tiefsten Kern. Bel Canto haben unbestritten diese Kraft, vor allem die älteren Veröffentlichungen, zu denen dieses Album jedenfalls zu zählen ist. Selbst wenn der Bandname manchen nicht übermäßig geläufig ist, spätestens sobald die ersten Töne von ?Spiderdust? (dies allerdings vom Album ?Shimmering Warm And Bright?) erklingen, gellen anerkennende Oohs und Aahs durch die Kehlen der derartig Beschallten. Persönliches unbestrittenes Highlight dieses Albums ist ?Intravenous?; ein sehnsüchtigeres Stück ist mir kaum bekannt und ebenso unbestritten ist, dass auch gesanglich Anneli Drecker mit ihrer zerbrechlichen, elfengleichen und dennoch starken und unverwechselbaren Stimme einen starken Einfluss auf mich ausübte, auch wenn ich mich selbstverständlich und leider meilenweit von ihren Sangeskünsten entfernt aufhalte. Solche Alben darüber hinaus stilistisch einzugrenzen, fällt nach dem hundertsten Hören ebenso schwer, aber grob lässt sich dieses Album vermutlich in die Ecke Wave-Pop stecken, aber am besten ist vermutlich die Empfehlung, sich bedingungslos auf dieses Album einzulassen, denn es gibt definitiv mehr als es nimmt. 

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